Gemeinsam will man herausfinden, ob auf der Strecke mehr möglich ist als der derzeitige Dampfbetrieb auf Sparflamme. Ostermontag wird die Saison des „Bergischen Löwen“ eröffnet. Um 10.30 Uhr startet der erste Dampfzug in Dieringhausen. Nur rund ein Dutzend weitere Betriebstage stehen auf dem Fahrplan des „Bergischen Löwen“ für dieses Jahr. Und in Wiehl ist noch immer Endstation. Was unter anderem daran liegt, dass in Denklingen eine Firmenhalle zu dicht an den Gleisen errichtet wurde. Der Fall wird rechtlich geklärt.

Dem Wiehler Bürgermeister reicht das nicht. Ihm geht es um die Verbindung zwischen den Wiehler Ortsteilen und um die Anbindung an die Aggerschiene. Und dabei lässt er sich von einer Skepsis, die ihm zuletzt im Hauptausschuss aus den Reihen von CDU und UWG entgegengebracht wurde, nicht verunsichern.

"Enorme Bedeutung für die Stadtentwicklung"

Bereits im vergangenen Dezember hatte Stücker in seiner Haushaltsrede die „enorme stadtentwicklungspolitische Bedeutung“ der Bahnstrecke für die Stadt Wiehl hervorgehoben. Er betonte die „Chancen im Hinblick auf eine Nutzbarkeit, die über eine gelegentliche Benutzung für Tourismusfahren hinausgehen sollten,“ und kündigte an, das Gespräch mit den Eisenbahnern zu suchen und dafür einen Moderator der NRW-Bahnflächengesellschaft hinzuziehen.

So ist es nun gekommen. Mit am Tisch saßen nicht nur Vertreter des Förderkreises zur Rettung der Wiehltalbahn, der die Betriebserlaubnis hat, sondern auch der Rhein-Sieg-Eisenbahn und des Dieringhausener Eisenbahnmuseums, die dort ihre Züge fahren lassen. In der ersten Runde ging es vor allem darum, die rechtlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen des laufenden Betriebs und die Interessenlage zu klären, berichtet Bürgermeister Stücker. „Die Atmosphäre war sehr konstruktiv.“ Förderkreisvorsitzender Gerhard Mansel ist ebenfalls positiv gestimmt: „Wir gehen zu 100 Prozent davon aus, dass Herr Stücker es ernst mit der Wiehltalbahn meint.“

Stadt und Eisenbahner verständigten sich darauf, dass bis zum nächsten Gespräch weiterführende Fragen gesammelt werden und dass die Zusammenarbeit ergebnisoffen weitergeführt werden soll.

Was auch immer aus der Trasse werden wird, an der Fantasie des gelernten Städtebauers Stücker wird es nicht scheitern. Er sieht viele Möglichkeiten für Verkehr auf der Trasse, und zwar auf und neben der Schiene, etwa ein Fahrradweg oder eine Draisinenstrecke. Der Wiehler Bahnhof könnte eine „Mobilitätsstation“ mit E-Bike-Verleih werden.

Nicht zuletzt kann sich Stücker sehr gut vorstellen, dass die Bahn ein Projekt des Landesförderprogramms Regionale 2025 wird. Als interkommunales Mobilitätsprojekt sei es für eine Förderung prädestiniert: „Ich habe das Thema bereits beim Projekt- und Themenspeicher angemeldet.“

– Quelle: http://www.ksta.de/26692890 ©2017